Archiv der Kategorie: und immer wieder die Liebe

In Erinnerung an Arik Brauer

Ein wunderbarer Mensch hat diese Erde verlassen. Maler, Sänger, Schriftsteller, Hausbauer, Bühnenbildner, begnadeter Redner und Erzähler von jüdischen Witzen. Gemeinsam mit seinen Malerkollegen Rudolf Hausner und Ernst Fuchs begründete er die Wiener Schule des fantastischen Realismus. https://youtu.be/uqZvkWeQtW0?list=OLAK5uy_nTzGbaoROxbhY4s27sn0cOsCHrtM59Bpw

In Interviews betonte er immer wieder, dass er vom Glück reichlich bedacht worden sei. Er überlebte die NS Zeit als Jugendlicher jüdischer Abstammung teilweise versteckt , teilweise als Tischler arbeitend in Wien. Sein Vater wurde von den NS Schergen ermordet, als Arik zehn Jahre alt war. Nach dem Krieg machte er sich auf den Weg nach Afrika, mit dem Fahrrad. Er reiste auch per Fahrrad nach Israel. Später, Anfang der Fünfzigerjahre zog er nach Paris und studierte dort Malerei. Er heiratete Noemi, zwei ihrer Töchter wurden in Paris geboren. Dort begann auch sein Erfolg als Maler. Seine große Dankbarkeit galt seiner Frau Noemi, mit der er eine wunderbare Ehe führte.

Seine Toleranz und Offenheit gegenüber Allen, auch andersdenkenden Menschen und seine warmherzige Art auf seine Mitmenschen zu zu gehen beeindruckte mich sehr!

Seine Lieder sind bekannt, vielleicht auch außerhalb Österreichs.

Am Sonntag den 24.1. 2021 starb er in Wien im Kreise seiner Familie.

Gott hab ihn selig, auch wenn Arik nicht an ihn geglaubt hat. https://youtu.be/hDeFYKmgePQ

Gründonnerstag

Nachdem er nun seit zwei Tagen vergangen ist, ein Rückblick. Der heurige Gründonnerstag war anders als sonst. Eh schon wissen…., mir fehlen die liturgischen Höhepunkte dieser Tage sehr.

Im Alltag geht es mir sehr gut, denn ich werde von meinen Nachbarn liebevoll mit Lebensmitteln, Lesestoff, Gemüsesamen, Ölen für die Gesundheit, Seifen, allen Sonderwünschen, die ich so habe (und das sind viele) treu und gewissenhaft versorgt. All das nehme ich dankbar an und bleibe dadurch geschützt in meinem Heim inclusive Garten.

Welchen Dank kann ich da geben? Diese Frage stellte ich einer Engelin? (keiner Enkelin, einem weiblichen Engel). Nichts meinte sie, vielleicht ein selbstgebackenes Brot? Ja,  meinte sie strahlend, das mag sie schon!

So backte ich : Am Mittwoch setzt ich den Teig mit Sauerteig an, stellte ihn schön warm über Nacht. Am Donnerstag knetete ich den zweiten Teil des Mehles mit Gewürzen und dem nötigen Wasser in den Teig und ließ den Teig nochmals gehen. Nach zwei Stunden füllte ich ihn in drei Formen, denn ich hatte fünf Familien zu beschenken (drei Kilo Mehl hatte ich dafür gemahlen). Ich heizte das Backrohr auf höchste Stufe=250° auf. Dann schob ich zwei der drei Formen mit einer Wasserschale in die unterste Schiene des Rohres. Eine Stunde Backzeit bei sinkender Temperatur = 15 Minuten bei 250° dann auf 175° herunterschalten und 45 Minuten backen, das Rohr ausschalten und das Brot noch 10 Minuten im Rohr rasten lassen. Dann nahm ich es heraus und stürzt es aus der Form ( so sagt man, es soll heißen man lässt es vorsichtig aus der Form auf ein Gitter gleiten). Dann  wieder aufheizen und dieselbe Prozedur mit der  dritten Form nochmals.

So jetzt wisst ihr, wie ich mein Brot backe. Wenn ihr das Rezept dazu wissen wollt, dann schaut im Archiv meines Blogs unter „Mein Lieblingsbrot backe ich selbst“ nach.

Das Brot habe ich in sechs Teile geschnitten und fünf davon schön verpackt und mit einem  Anhänger versehen. Darauf schrieb ich meinen Dank und ein „Wohl bekomms“. Weiter schrieb ich: Wenn Ihr mögt, könnt ihr ein Stück Brot abschneiden, es brechen und mit den anderen Familienmitgliedern teilen. Begleitet von einem wertschätzenden Wort, wird das Brot zu etwas ganz Kostbarem.

Was soll ich sagen, die Freude der Beschenkten war genauso groß wie meine über ihre Hilfe und darüber, Freude bereitet zu haben.

Einen gesegneten Karsamstag. Herzlich (ihr wisst schon die Gärtnerin…)

 

Hollywood trifft Oberösterreich

Nein, nicht von Arnie, der ist Steirer, von Franz Jägerstätter ist die Rede. Sein starker christlicher Glaube war Antrieb für sein nein zum Kriegsdienst im NS Regime.

Franz Jägerstätter war Bauer im Innviertel, in St. Radegund im Bezirk Braunau. Er war verheiratet und Vater von drei Töchtern. Durch das Lesen der Bibel und das Leben danach in seinem Alltag kam er zu der Erkenntnis, dass der Kriegsdienst unter dem Hitlerregime für ihn mit seinem Glauben nicht vereinbar seien. Seine Frau stand zu ihm, obwohl sie sich wünschte, er möge sein Leben (vorläufig) retten. Er wurde 1943 in Berlin zum Tode verurteilt und in Brandenburg an der Havel hingerichtet. Seine Frau und seine Töchter wurden Jahrzehnte lang deswegen geächtet. In den 1960er Jahren stieß Gordon Zahn, ein amerikanischer Soziologe auf die Lebensgeschichte Jägerstätters und erst nach weiteren Jahrzehnten folgte die Anerkennung seines Zeugnisses.  2007 wurde er von der katholischen Kirche seliggesprochen.

Der Regisseur Terrence Malick drehte den Film „Das verborgene Leben“. Er wird am 21.01.2020 in Linz uraufgeführt. Ab 31.01.2020 startet er in den Kinos.

Sowas gabs halt auch in diesen ,,furchtbaren Zeiten damals“ und es ist gut, dass wir davon wissen und es weitererzählen.

Dankbarkeit

Wofür ich dankbar bin: Ich habe ein warmes Bett,

ich kann im Trockenen sitzen, wenn es draußen regnet,

ich habe genug zu essen,

ich drehe den Wasserhahn auf und frisches, sauberes Trinkwasser fließt aus dem Hahn..hm, kühl,

ich habe verläßliche Freunde,

mein Heimatland ist sicher und demokratisch organisiert.

Jeden Tag habe ich Grund  dankbar zu sein.

Bruder David Steindl Rast gibt den Impuls ein Tagebuch der Dankbarkeit zu führen. So oft mir ein Grund für Dankbarkeit einfällt, werde ich ihn aufschreiben.

Das habe ich vor.

http://www.gratefulness.org, das ist die Formel für gutes Leben, denn Dankbarkeit macht etwas mit uns, es verändert uns und macht uns dankbar für das, was wir haben. Jetzt, nicht dann wenn wir es verloren haben.

Ein gutes neues Jahr, voller Dankbarkeit und (wieder) Gottes Segen

wünscht Euch die Gärtnerin mit dem grünen Daumen (der schläft gerade, solange bis es Frühling wird).

 

 

Gesegnete Weihnachten Euch Allen,

da draußen in den Weiten des weltweiten Netzes. Ihr die ihr meinen Blog besucht, mit einem like bedenkt und kommentiert: In Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Spanien, Italien, den USA, Guatemala, der Türkei, Polen, Belgien, Holland, Griechenland, Aserbaidschan, Kasachstan, Indien, Japan, Südkorea, Kanada, Kroatien, Dänemark, Großbritannien, Luxemburg, Mexiko, Australien, Finnland, Russland und nicht zuletzt in Österreich. Seid alle herzlichst gegrüßt und bedacht mit Gottes Segen.

Zeige deine Wunde

Eine Installation von Joseph Beuys im Lenbachhaus in München:

Ein Krankenbett Marke 40er Jahre,

Utensilien drumherum:

Nierenschale,

Verbandsmaterial,

eine ausgestopfte Krähe,

eine braune Glasflasche,

auf der Schreibtafel für die Fieberkurve steht: Zeige deine Wunde.

Verwundet, niemand darf mich verwundbar sehen…,

Schwäche? Kann ich mir nicht erlauben,

so werden sie aufgebaut, die potemkinschen Dörfer,

alles Bestens ….,

keine Hilfe nötig!

So lebt man isoliert und Hilfe wäre da, nur wird sie nicht angenommen,

kann nicht gegeben werden, weil niemand den Hilfeschrei hört.

Die Früchte der Liebe verwesen, niemand isst sie.

Verhungern am gedeckten Tisch.

Zeige deine Wunde!

 

 

Eine Frau die ich bewundere:

Seyran Ates

Sie betreibt eine liberale Moschee in Berlin. In dieser Moschee beten Frauen und Männer gemeinsam. Auch Andersgläubige sind willkommen. Im Brotberuf ist Frau Ates Rechtsanwältin und verteidigt Frauen und Mädchen aus muslimischen Familien, wenn diesen Zwangsheirat, Freiheitsentzug oder Ähnliches droht. Sie publizierte zu Genitalverstümmelung, Verschleierung und allen Formen der Unterdrückung von Frauen. Dadurch wurde sie zur Zielscheibe von Angriffen, bei denen sie lebensgefährlich verletzt wurde. Aus Selbstschutz und zum Schutz ihrer Tochter schloss sie ihre Kanzlei für mehrere Jahre. Frau Ates ist das Kind türkischer Gastarbeiter und wuchs teilweise in Deutschland auf. Sie machte das Abitur und studierte gegen den Willen ihrer Eltern Rechtswissenschaften. Dies brachte ihr große Probleme mit ihrer Familie ein. Später versöhnte sie sich mit ihrer Mutter. Sehr berührend war die Szene, in der ihre Mutter bekannte, wie sehr es ihr leid tue,  ihrer Tochter so viele Hindernisse in den Weg gelegt zu haben.  Sie bat ihre Tochter um Verzeihung.

Als ich in einem Blog las, dass Frau Ates bei der Trauerfeier nach dem Mord an dem fünfzehnjährigen Mädchen in Kandel  nicht hätte sprechen dürfen, fragte ich bei ihr an und erhielt folgende Antwort:

Liebe Frau ,

nein, das trifft nicht zu. Ich wurde weder gefragt, noch angelehnt.
Es ist fürchterlich, dass immer noch Mädchen und Frauen diesen Gefahren ausgesetzt sind. Und die Politik ist immer noch auf Besänftigungskurs.

 

Mit freundlichen Grüßen
Seyran Ateş
Rechtsanwältin/Autorin
mobil:   0049-178-2376085
„Freiheit und Gerechtigkeit bestehen darin, alles, was einem anderen zukommt, herzugeben; es hat daher die Ausübung der natürlichen Rechte der Frau nur die Grenzen der beständigen Tyrannei, die der Mann ihr entgegensetzt; diese Grenzen müssen durch die Gesetze der Natur und der Vernunft nachgebessert werden.“ 
„Liberty and justice consist of restoring all that belongs to others; thus, the only limits on the exercise of the natural rights of woman are perpetual male tyranny; these limits are to be reformed by the laws of nature and reason.“  – Olympe de Gouges

 

Am 31.12.2017 um 10:05 schrieb
Sehr geehrte Frau Ates!

In einem Blog las ich die Nachricht, dass Sie bei der Trauerfeier für das in Kandel ermordete Mädchen nicht hätten sprechen dürfen. Stimmt das?

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für das neue Jahr
Ich verneige mich vor Frau Ates mit der größten Hochachtung und erbitte Gottes Segen für sie und ihre Arbeit!
Menschen wie sie sind die große Hoffnung für die Rettung der Menschheit. Nur im Miteinander aller Menschen liegt unsere Zukunft!
Das ist es, was Jesus mit dem Reich Gottes auf Erden meinte.

Theresienstadt

Am vergangenen Wochenende fuhr ich mit einer Gruppe Menschen nach Theresienstadt in Tschechien.

Eine Festung aus dem Ende des 18. Jahrhundert, ab 1940 als Ghetto und Konzentrationslager benutzt.

Wir waren ca. 30 Menschen, Jugendliche, junge Erwachsen, ältere und alte Menschen.

Während und nach den Besichtigungen kam immer wieder die Frage: Warum hassen Menschen so sehr andere Menschen? Warum tun sie Anderen solches Unrecht an?

Die eigene dunkle Seite will gesehen werden, dann kann ich auch den anderen Menschen als Schwester und Bruder erkennen. Sonst ist mein Blick getrübt , blind.