Archiv der Kategorie: Gartenarbeit im Herbst

Auch eine Ernte: Brennnesselwurzeln und Beinwellwurzeln Heilkräuter in Alkohol angesetzt

Beim Jäten der Ribiselsträucher zeigte sich, dass die Brennnesseln dicke Wurzeln in der Erde gebildet haben. Ich riss die Triebe und Blätter aus, die Wurzeln waren dick und kräftig. Nachdem ich sie gewaschen hatte, legte ich sie zum Trocknen aus.

Ebenso grub ich die Wurzeln des Beinwell aus, voriges Jahr habe ich sie in die fruchtbare Erde gesetzt und konnte nun dicke kräftige Wurzeln aus der Erde herausholen. Auch sie wurden gewaschen und ausgelegt, bis die Nässe abgetrocknet war.

Einen Abend lang verbrachte ich mit dem Schneiden der Wurzeln. Ich legte sie (getrennt nach ihrer Art) in Alkohol ein. Nun stehen sie in der Wärme über dem Kühlschrank umweht von der Abluft des Kühlschrankes und warten ihrer Reife entgegen. Ab und zu schüttle ich sie kräftig. Zwei Woche lagern sie , dann werde ich Euch weiterberichten.

Die Brennnesseltinktur verwende ich als Haarwasser, sie stärkt den Haarwuchs und hält die Kopfhaut gesund.

Die Beinwelltinktur hilft meinen Knieen, sie lindert Schmerzen bei Arthrose , sie fördert die Heilung nach Beinbrüchen , sie ist hilfreich bei Verrenkungen und Verstauchungen.

Ich wünsche Euch eine Zeit der Dankbarkeit für all das Gute, das uns unsere Mutter Erde gegeben hat.

Brennnesselwurzeln in Alkohol angesetzt

rechts steht der Behälter mit der Beinwelltinktur

Der Herbst 2020 in Bildern

der Fuchsschwanz, wo ist der Fuchs ohne Schwanz?

der Springbrunnen
den Strom für die Pumpe liefert das Solarpaneel über dem Tomatenhaus
Dörräpfel, Dörrzwetschken, gedörrte Birnen und Marillen, Essig aus Apfelmost, der Sommer im Glas und in den Säcken
eine gut gefüllte Speisekammer macht glücklich,
der Sommer ist vorbei
… der Winter kann kommen

Über das Geben und über das Nehmen

Im Garten unserer Wohnanlage stehen neben anderen Obstbäumen zwei Zwetschkenbäume, groß, fruchtbar. Jeden Frühling blühen sie wunderschön und im August kommt die große Ernte: Viel mehr als meine Nachbarn und ich verbrauchen können schenken uns die zwei Bäumen. Ich lud Bekannte ein um zu Ernten, was sie gerne annahmen.

Es gab Unwillen bei einem Nachbarspaar, als sie sahen, das fremde Leute auf unserem Grund pflückten. Es fielen Worte, die die Gäste und mich vor den Kopf stießen. Ich redete mit den Nachbarn, machte aus meinem Herzen keine Mördergrube. Ergebnis, ich lud keine „Erntehelfer“ mehr ein, die Früchte verdarben an den Bäumen und darunter.

Ich erinnere mich an eine Geschichte:

Die kleinen Leute von Swabeedoo

Im Dorf mit dem Namen Swabeedoo, lebten sie , die Leute von Swabeedoo. Sie zeichneten sich durch einen Brauch aus, der darin bestand, dass sie einander bei jeder möglichen Gelegenheit kleine Pelzchen schenkten, warm, weich. Dies war begleitet von  freundlichen, wohlwollenden Worten und guten Wünschen. Dieser Brauch ließ die Herzen der Leute warm werden und brachte ihre Augen zum Leuchten. Sie nähten sich eigens für diese Pelzchen kleine Taschen, die sie sich um die Schulter hängten, immer gut gefüllt mit kleinen Pelzchen.  Alles gut, bestens.

Der Zwerg, der nahe dabei wohnte, kam ins Dorf und wurde freudig mit einem Pelzchen begrüßt. „Igitt, was ist denn das?“ fragte er. „Na ja, halt ein Pelzchen, warm und weich, weil ich mich freue, dass du da bist“, bekam er zur Antwort. „Aha, aber hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass, wenn du immer wieder Pelzchen verschenkst, deine Tasche bald leer sein wird und du keine Pelzchen mehr haben wirst?“ Jetzt war der Dörfler verwundert, schüttelte den Kopf und ging seines Weges.  Aber je länger er sich wunderte und über die Begegnung nachdachte, desto mehr leuchtete ihm ein, dass der Zwerg recht hatte. Richtig, wenn man immer nur verschenkt hat man am Ende gar nichts mehr und man steht schön blöd da. Warum ist mir das bisher nicht aufgefallen?

Und er wurde gaaanz vorsichtig im Umgang mit seinen Pelzchen, zählte sie häufig und prüfte immer wieder, ob auch noch genug Pelzchen in seiner Tasche seien. Fragen tauchten auf: Wem darf ich ein Pelzchen schenken? Gibt sie oder er mir wohl auch eines? Und wenn nicht was ist dann?

Die anderen Dorfbewohner hörten auch davon.

Mit der Folge, dass ab jetzt nur mehr zu seltenen Gelegenheiten Pelzchen verschenkt wurden: Zu Weihnachten, zu Geburtstagen, Jubiläen oder zum Schulabschluss, aber nur wenn das Kind, der junge Mensch wirklich gute Noten im Zeugnis hatte!

Kalt war es geworden in Swabeedoo.

Der Zwerg, der wieder einmal auf Besuch kam bemerkte es auch. „Schade, aber vielleicht kann ich ihnen eine Freude machen“ dachte er. Und er brachte einen grünen Stein aus Glas mit, kalt, mit spitzen Kanten und scharfen Rändern.  Zum an die Wange halten war der nicht und warm wurde einem dabei auch nicht ums Herz, geschweige denn die Augen… .

Einige Swabeedooer fingen wieder an Pelzchen zu verschenken, einfach so. Aber so richtig hat der Brauch nicht wieder Fuß gefasst. Obwohl, schön war es schon, so ein warmes, weiches Pelzchen geschenkt zu bekommen, einfach so. Auch das Herschenken hinterließ ein Gefühl der Freude und es wurde einem ganz warm ums Herz. Ob die Augen strahlten, das sah der andere, der der beschenkt wurde. Aber dessen Augen strahlten, ganz gewiss.

 

Habt alle eine gute Zeit: Das Leben meint es gut mit uns, wir dürfen vertrauen!

 

 

 

Herbstputz im Garten

Liebe Leute, liebe GartenfreundInnen!

Bleibt mäßig beim Aufräumen Eurer Gärten!

Lasst den Tieren in Euren Gärten Unterschlupf und Futter. Das geht ganz einfach indem ihr Stauden und Blütenstände stehen läßt. Laub könnt ihr in Haufen aufschichten oder zusammenschieben, einige grobe Holzstücke als Unterlage und Igel, Kröten und andere Kleintiere können darin überwintern. In aufgeräumten Gärten können sie das nicht. Amseln, Finken, Meisen, Gimpel und Stieglitze, Spatzen, und andere finden Futter an den Blütenständen und Blattrispen, das ist bestes Vogelfutter. Sträucher schneidet ihr im Februar.Den  Strauch- und Gehölzschnitt könnt ihr unter  den Sträuchern ablegen, dort verrottet er ohne euer Zutun. Wer Platz hat kann einen Stapel mit Ästen vom Baumschnitt  aufschichten. Kleintiere verbringen darunter gerne ihren Winterschlaf.

Jetzt ist es Zeit die Nistkästen zu reinigen. Klopft zuerst an den Kasten, bevor ihr ihn öffnet, es könnte nämlich ein Nachmieter drinnen sein. Siebenschläfer und andere überwintern nämlich gerne in Nistkästen. Sollte der Nistkasten frei sein, so entfernt das alte Nest und bürstet den Kasten gründlich aus.  Falls er sehr verschmutzt ist könnt ihr ihn mit heißen Wasser oder heißer Sodalauge auswaschen.

Optisch gibt so ein Naturgarten auch etwas her: Bei Raureif  und wenn sie aus der Schneedecke hervorlugen, sind die Überbleibsel des letzten Gartenjahres eine Augenweide.

Viel Freude beim Beobachten wünsche ich euch und habt Muse statt Hektik. Im Frühjahr ist immer noch Zeit zum Wegschneiden und Aufräumen. Dann haben die Tiere den Winter schon überstanden und können sich dem neuen Vegetationsjahr widmen.

Herzliche Grüße von der Gärtnerin mit dem gruenen Daumen.

Leg ein Hügelbeet an

Viele Relikte vom Herbstputz sammeln sich jetzt an: Strauchschnitt, Äste vom Baumschnitt, Verwelktes aus Blumentöpfen, Laub….

Die Sammelstelle der Gemeinde wird gefüllt mit diesem Gut.

Ein Hügelbeet wäre ideal um all die biologischen Stoffe einer wunderbaren Metamorphose zuzuführen.

Mach ein Beet draus!

  •  Im Gemüsegarten oder auf der Wiese steckst du dir ein Beet von 1,20m Breite und beliebiger Länge aus. Das zukünftige Beet soll in nord- süd Richtung liegen, damit es gleichmäßig von der Sonne beschienen werden kann.
  • Entferne nun die Erde 10 cm tief,
  • falls du Wühlmäuse als Mitbwohner hast, lege den Boden mit Hasengitter aus,
  • nun lege die großen Äste – es können auch große Stämme sein- auf die entstandene Mulde
  • und forme aus den kleineren Ästen und all den anderen  verrottbaren Materialien ein Beet in der Form eines langgestreckten Hügels,
  • er soll bis zu 80 cm hoch sein
  • gib das Laub dazwischen.

Jetzt kommt der Moment der Entscheidung: Ruhen lassen

und warten ob noch Material daherkommt, zum Beispiel von Nachbarn (,,wir haben zuviel davon“…) oder ob letztes Laub von den Bäumen fällt, oder wenn der Baumschneider erst kommt….

oder gleich fertigstellen.

  • Falls du dich für Variante zwei entschieden hast, häufe die Erde die du anfangs weggeschaufelt hast auf den Hügel,sodass er ganz von Erde umhüllt ist. Hast du halbfertigen Kompost zur Hand, so kannst du ihn noch darauf schichten.
  •  Drücke nun an der Scheitelstelle des Beetes eine Rille handbreit längs des Beetes in die Erde
  • das hat den Zweck, das Niederschlagswasser und später das Gießwasser aufzufangen.

So ausgeformt kann der Hügel bis zu 1 Meter hoch sein.

  • Gib dem Hügel nun noch eine Decke aus Gras oder einem alten Fleckerlteppich, einer Wolldecke die nicht mehr taugt.. oder einer Plane, die wasserdurchlässig ist. Nun kannst du getrost dem Frühling entgegensehen, das Hügelbeet setzt sich inzwischen und ist im Frühling startbereit!

Wenn du noch wartest, so befülle das Beet mit all den Dingen die da noch kommen werden und erledige die letzten Arbeiten im Frühling.

Ich hab mein Hügelbeet im Frühling angelegt, im ersten Jahr war es sehr trocken, denn die Erde rieselte zwischen den Asten durch und die Wurzeln der Pflanzen kamen nicht daran. Im Herbst angelegt, setzt sich das Beet über den Winter und saugt sich mit Feuchtigkeit an. In beiden Fällen verrottet das Material langsam und gibt dabei Wärme an die Pflanzen ab. Es wird dabei immer flacher. Ist es verrottet, bleibt ein Beet mit wunderbar schwarzer lockerer Erde zurück.

Wohin mit dem vielen Laub?

Gerade jetzt sind die letzten Laubmassen von den Bäumen gefallen. Ich kenne Menschen die fast verzweifeln ob der Menge an Blättern, die ihnen zu Füßen liegen.

Sie haben einen Schatz vor sich, der gehoben werden soll!

In der Natur gibt es keinen Stoff, der aus dem Kreislauf von Werden und Vergehen herausfällt. Das Laub ist ein wertvolles Produkt zur Kompostbereitung.

So geht es: Zuerst rechen (harken) Sie  alles Laub zu Haufen, dann breiten Sie Laub unter den Obstbäumen aus. Dazu bilden Sie Kreise aus Laub mit einem Radius von einem Meter um den Stamm. Cirka 5 cm hoch kann das Laub liegen. Lassen Sie eine Hand breit Freiraum zwischen Baumstamm und Baumscheibe, (so heißt dieses Gebilde) dieser Freiraum verhindert, das die Baumrinde fault. Als Abschluss schütten Sie einige Schaufel voll Kompost über das Laub, damit der Wind das Laub nicht wegbläst. Wer noch ein Übriges tun will, leert etwas Urgesteinsmehl darüber. Fertig, den Rest erledigen die Regenwürmer. Im Frühjahr ist ihr Werk großteils beendet, sie hinterlassen beste Regenwurmerde und haben gleichzeitig die Erde gelockert, sodass die Wurzeln des Baumes entlang der Wurmgänge in die Tiefe wachsen können, bis zu vier Meter graben die Würmer ihre Gänge. Der Baum hat dadurch die Möglichkeit Feuchtigkeit aus diesen Tiefen zu saugen.

Auch Sträucher lieben eine Decke aus Laub, sowohl Beerensträucher als auch Ziersträucher.

Blumenbeete werden über den Winter mit Laub bedeckt, denn im biologisch bearbeiteten Garten soll kein Fleckchen Erde nackt daliegen, genauso wie  die Natur es uns vormacht!

Also, nichts wie hinaus und das Laub ausbreiten.

Es bleibt oft noch Laub übrig, denn zu dick darf es nicht ausgebreitet werden, sonst fault es und Fäulnis ist Gift für den Boden und seine Kleinlebewesen.

Was also damit anfangen? Entsorgen? Niemals, das Laub ist kostbar! Eine dünne Schicht (1cm) können Sie auf die Gemüsebeete streuen und der Rest kommt auf den Kompost. Wer immer noch Laub übrig hat, besorgt sich am Besten Kompostbehälter aus Drahtgeflecht (Gartencenter)und stellt sie dort auf, wo das Laub liegt. Schichten Sie 20cm Laub in den Behälter, dann geben Sie einige Schaufeln Kompost (fertigen oder Rohkompost) und streuen  soviel magnesiumsauren Kalk über die Masse, wie eine sparsame Hausfrau Zucker über ihren Kuchen. Fahren Sie mit dem Schichten fort, bis alles Laub aufgebraucht ist. Sie gewinnen besten Laubkompost, wenn Sie den Haufen nach einem Jahr umgraben (im Fachbegriff umsetzten) und ihn solange ruhen lassen, bis sich keine Regenwürmer mehr im Kompost befinden und das Produkt nach Walderde duftet. Diese Erde kann der Blumenerde zugesetzt werden oder unter Rhododendren, Hortensien und Azaleen gesteut werden. Für Gemüsegarten mischt man sie mit Kompost aus Gartenabfällen. Also gutes Gelingen und beschauliche Wintertage. Die Kleinstlebewesen und Regenwürmer arbeiten für Sie!

Ihre Gärtnerin mit dem grünen Daumen.