Archiv der Kategorie: Zum Nachdenken

Hier bin ich mein Gott

Abraham steht vor der Tat seinen Sohn zu opfern um dadurch Gott seine Liebe zu beweisen.

Der Sohn Isaak ging vertrauensvoll mit seinem Vater zur Opferstätte.

Gemeinsam sammelten sie Feuerholz. Abraham fesselte Isaak.

Da ereilte ihn der Ruf „Abraham“, der antwortete :

„HINENI“, hier bin ich. Dreimal rief Gott Abraham, dreimal antwortete dieser „HINENI“, hier bin ich. Dann befahl Gott ihm: „Binde deinen Sohn los“. Da verstand Abraham, Gott will kein Menschenopfer von ihm und er band Isaak los und opferte einen Widder.

Diese Bibelstelle wurde mir neu erschlossen durch die Deutung des Theologen Martin Jäggle, die letzte Aufnahme Leonard Cohens trägt ebenfalls diesen Titel. Siebzehn Tage vor seinem Tod nahm Cohen dieses Lied auf: You want it darker

Hineni I am ready my Lord

https://oe1.orf.at/player/20210228/628621/1614492662560

In Erinnerung an Arik Brauer

Ein wunderbarer Mensch hat diese Erde verlassen. Maler, Sänger, Schriftsteller, Hausbauer, Bühnenbildner, begnadeter Redner und Erzähler von jüdischen Witzen. Gemeinsam mit seinen Malerkollegen Rudolf Hausner und Ernst Fuchs begründete er die Wiener Schule des fantastischen Realismus. https://youtu.be/uqZvkWeQtW0?list=OLAK5uy_nTzGbaoROxbhY4s27sn0cOsCHrtM59Bpw

In Interviews betonte er immer wieder, dass er vom Glück reichlich bedacht worden sei. Er überlebte die NS Zeit als Jugendlicher jüdischer Abstammung teilweise versteckt , teilweise als Tischler arbeitend in Wien. Sein Vater wurde von den NS Schergen ermordet, als Arik zehn Jahre alt war. Nach dem Krieg machte er sich auf den Weg nach Afrika, mit dem Fahrrad. Er reiste auch per Fahrrad nach Israel. Später, Anfang der Fünfzigerjahre zog er nach Paris und studierte dort Malerei. Er heiratete Noemi, zwei ihrer Töchter wurden in Paris geboren. Dort begann auch sein Erfolg als Maler. Seine große Dankbarkeit galt seiner Frau Noemi, mit der er eine wunderbare Ehe führte.

Seine Toleranz und Offenheit gegenüber Allen, auch andersdenkenden Menschen und seine warmherzige Art auf seine Mitmenschen zu zu gehen beeindruckte mich sehr!

Seine Lieder sind bekannt, vielleicht auch außerhalb Österreichs.

Am Sonntag den 24.1. 2021 starb er in Wien im Kreise seiner Familie.

Gott hab ihn selig, auch wenn Arik nicht an ihn geglaubt hat. https://youtu.be/hDeFYKmgePQ

Wie ist das mit dem Asylrecht ?

Vergangene Woche wurden Familien aus Georgien und Armenien aus Österreich abgeschoben. Das Höchstgericht hat entscheiden, es ist gemäß österreichischem Recht so zu handeln.

Der Bundespräsident, die Katholische Kirche, die Sozialdemokratische Partei und die Grünen protestierten heftig.

Humantiäres Bleiberecht solle angewendet werden. Die Kinder seien in Österreich sozialisiert worden und nun völlig entwurzelt.

Der Innenminister stellte seinen Standpunkt klar: Seine Beamten hätten geltendes Recht zu exekutieren. Es sei nicht seine Aufgabe, dieses Recht zu unterlaufen.

Die Mutter der georgischen Kinder habe jedes Rechtsmittel ausgeschöpft um Asyl in Österreich zu bekommen. Sie sei mehrere Male unrechtmäßig nach Österreich eingereist , als Besucherin. Sie habe sich geweigert auszureisen. Damit habe sie gegen österreichisches Recht verstoßen und ihren Kindern zugemutet, in dieses Dilemma zu geraten.

Eigenartig: Ich kann den vielen humanitären Appellen nicht zustimmen. Ich gebe dem Innenminister recht. Die Verantwortung der Eltern für ihre Kinder bleibt bei den Eltern. Nachdem sie alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft hatten, weigerten sie sich, die Konsequenz auf sich zu nehmen. Sie gingen das Risiko ein und verstießen gegen geltendes Recht ihres Gastlandes.

Ist Georgien ein unsicheres Land, oder Armenien?

Ich meine, das Recht Recht bleiben muss und das die Verantwortung bei den Erziehungsberechtigten liegt.

Warum bin ich damit allein gegen die Meinung meiner sonst so geschätzten Parteifreunde und des Bundespräsidenten?

Siehe auch:

Abschiebung: Betroffenes Mädchen und Nehammer in „ZiB 2“

Gesegnete Weihnachten Euch Allen!

Die Nachtwache, wenn es ganz still ist…,

die Zeit der Nachtwache lädt uns ein, voll Vertrauen zu lernen, dass jenseits der diesseitigen, alltäglichen Welt auch noch eine andere Wirklichkeit wirkt:

Wir dürfen uns verbinden mit dem dunklen, aber gnadenerfüllten Geheimnis, der heiligen, zeitlosen Dimension unseres Lebens.

Der Engel der Nachtwache ruft uns auf, die Gute Nachricht in unser alltägliches Leben hinein zu tragen: Licht scheint in der Mitte der Dunkelheit,

die tiefe Dunkelheit strahlt.

Zitat: David Steindl-Rast Angel of the hour Vigil

Siehe auch http://www.gratefulness.org

Gründonnerstag

Nachdem er nun seit zwei Tagen vergangen ist, ein Rückblick. Der heurige Gründonnerstag war anders als sonst. Eh schon wissen…., mir fehlen die liturgischen Höhepunkte dieser Tage sehr.

Im Alltag geht es mir sehr gut, denn ich werde von meinen Nachbarn liebevoll mit Lebensmitteln, Lesestoff, Gemüsesamen, Ölen für die Gesundheit, Seifen, allen Sonderwünschen, die ich so habe (und das sind viele) treu und gewissenhaft versorgt. All das nehme ich dankbar an und bleibe dadurch geschützt in meinem Heim inclusive Garten.

Welchen Dank kann ich da geben? Diese Frage stellte ich einer Engelin? (keiner Enkelin, einem weiblichen Engel). Nichts meinte sie, vielleicht ein selbstgebackenes Brot? Ja,  meinte sie strahlend, das mag sie schon!

So backte ich : Am Mittwoch setzt ich den Teig mit Sauerteig an, stellte ihn schön warm über Nacht. Am Donnerstag knetete ich den zweiten Teil des Mehles mit Gewürzen und dem nötigen Wasser in den Teig und ließ den Teig nochmals gehen. Nach zwei Stunden füllte ich ihn in drei Formen, denn ich hatte fünf Familien zu beschenken (drei Kilo Mehl hatte ich dafür gemahlen). Ich heizte das Backrohr auf höchste Stufe=250° auf. Dann schob ich zwei der drei Formen mit einer Wasserschale in die unterste Schiene des Rohres. Eine Stunde Backzeit bei sinkender Temperatur = 15 Minuten bei 250° dann auf 175° herunterschalten und 45 Minuten backen, das Rohr ausschalten und das Brot noch 10 Minuten im Rohr rasten lassen. Dann nahm ich es heraus und stürzt es aus der Form ( so sagt man, es soll heißen man lässt es vorsichtig aus der Form auf ein Gitter gleiten). Dann  wieder aufheizen und dieselbe Prozedur mit der  dritten Form nochmals.

So jetzt wisst ihr, wie ich mein Brot backe. Wenn ihr das Rezept dazu wissen wollt, dann schaut im Archiv meines Blogs unter „Mein Lieblingsbrot backe ich selbst“ nach.

Das Brot habe ich in sechs Teile geschnitten und fünf davon schön verpackt und mit einem  Anhänger versehen. Darauf schrieb ich meinen Dank und ein „Wohl bekomms“. Weiter schrieb ich: Wenn Ihr mögt, könnt ihr ein Stück Brot abschneiden, es brechen und mit den anderen Familienmitgliedern teilen. Begleitet von einem wertschätzenden Wort, wird das Brot zu etwas ganz Kostbarem.

Was soll ich sagen, die Freude der Beschenkten war genauso groß wie meine über ihre Hilfe und darüber, Freude bereitet zu haben.

Einen gesegneten Karsamstag. Herzlich (ihr wisst schon die Gärtnerin…)

 

Wieder eine Frau ermordet

Gestern, zwischen 10 Uhr 15 und 10 Uhr 30 wurde in der Oststeiermark, in Groß Wilfersdorf Ortsteil Meierhofen eine Frau von ihrem ehemaligen Partner erschossen. Zwei Schüsse. Sie war vierunddreißig Jahre alt und hatte eine elfjährige Tochter. Der Mann stammt aus dem Bezirk Steyr in Oberösterreich, auch er ist im Alter von vierunddreißig Jahren. Das Paar trennte sich Ende Jänner 2020.  Bevor der Mord geschah, verständigte die Frau ihre Brüder. Nähere Detail sind mir nicht bekannt.

                               R I P

Dieser Mord ist der ich weiß nicht wievielte, der heuer in Österreich an Frauen begangen wurde.

Im vorigen Jahr wurden in Österreich mehr als  vierzig, in Zahlen: 40 Frauen ermordet.

 

Dieser Blogeintrag ist dazu gedacht um von euch liebe Leserinnen und Leser ergänzt, erweitert zu werden! Bitte schreibt über die Fakten solcher Verbrechen die euch bekannt sind. Wir müssen sie benennen!

Ich bin zutiefst erschrocken!

Zusatz:      6.6.2020 Kärnten

63 jähriger Mann erschlug in Wernberg nahe Villach seine Ehefrau mit einer Axt

Der Mann war bereits zweimal weggewiesen worden. Seine Frau hatte jedes Mal die Polizei gerufen.

Danach erschoss er eine 56 jährige Frau

Vor einem Cafe in Drobolach/ Faakersee erschoss er die Frau.

Anschließend flüchtete er nach Italien, wo er Selbstmord beging.

https://orf.at/stories/3168605/

 

 

 

Mordfälle

Frauenmorde und Mordversuche 2020 laut Medienberichten

Die Morde an Frauen in Österreich stiegen in den letzten Jahren kontinuierlich an – seit 2014 haben sich die Morde an Frauen verdoppelt.

 Datum        Morde                    Mordversuche / Schwere Gewalt
 2.11.2020  20 22

Quelle: Autonome Frauenhäuser Österreich

Hollywood trifft Oberösterreich

Nein, nicht von Arnie, der ist Steirer, von Franz Jägerstätter ist die Rede. Sein starker christlicher Glaube war Antrieb für sein nein zum Kriegsdienst im NS Regime.

Franz Jägerstätter war Bauer im Innviertel, in St. Radegund im Bezirk Braunau. Er war verheiratet und Vater von drei Töchtern. Durch das Lesen der Bibel und das Leben danach in seinem Alltag kam er zu der Erkenntnis, dass der Kriegsdienst unter dem Hitlerregime für ihn mit seinem Glauben nicht vereinbar seien. Seine Frau stand zu ihm, obwohl sie sich wünschte, er möge sein Leben (vorläufig) retten. Er wurde 1943 in Berlin zum Tode verurteilt und in Brandenburg an der Havel hingerichtet. Seine Frau und seine Töchter wurden Jahrzehnte lang deswegen geächtet. In den 1960er Jahren stieß Gordon Zahn, ein amerikanischer Soziologe auf die Lebensgeschichte Jägerstätters und erst nach weiteren Jahrzehnten folgte die Anerkennung seines Zeugnisses.  2007 wurde er von der katholischen Kirche seliggesprochen.

Der Regisseur Terrence Malick drehte den Film „Das verborgene Leben“. Er wird am 21.01.2020 in Linz uraufgeführt. Ab 31.01.2020 startet er in den Kinos.

Sowas gabs halt auch in diesen ,,furchtbaren Zeiten damals“ und es ist gut, dass wir davon wissen und es weitererzählen.

Über das Geben und über das Nehmen

Im Garten unserer Wohnanlage stehen neben anderen Obstbäumen zwei Zwetschkenbäume, groß, fruchtbar. Jeden Frühling blühen sie wunderschön und im August kommt die große Ernte: Viel mehr als meine Nachbarn und ich verbrauchen können schenken uns die zwei Bäumen. Ich lud Bekannte ein um zu Ernten, was sie gerne annahmen.

Es gab Unwillen bei einem Nachbarspaar, als sie sahen, das fremde Leute auf unserem Grund pflückten. Es fielen Worte, die die Gäste und mich vor den Kopf stießen. Ich redete mit den Nachbarn, machte aus meinem Herzen keine Mördergrube. Ergebnis, ich lud keine „Erntehelfer“ mehr ein, die Früchte verdarben an den Bäumen und darunter.

Ich erinnere mich an eine Geschichte:

Die kleinen Leute von Swabeedoo

Im Dorf mit dem Namen Swabeedoo, lebten sie , die Leute von Swabeedoo. Sie zeichneten sich durch einen Brauch aus, der darin bestand, dass sie einander bei jeder möglichen Gelegenheit kleine Pelzchen schenkten, warm, weich. Dies war begleitet von  freundlichen, wohlwollenden Worten und guten Wünschen. Dieser Brauch ließ die Herzen der Leute warm werden und brachte ihre Augen zum Leuchten. Sie nähten sich eigens für diese Pelzchen kleine Taschen, die sie sich um die Schulter hängten, immer gut gefüllt mit kleinen Pelzchen.  Alles gut, bestens.

Der Zwerg, der nahe dabei wohnte, kam ins Dorf und wurde freudig mit einem Pelzchen begrüßt. „Igitt, was ist denn das?“ fragte er. „Na ja, halt ein Pelzchen, warm und weich, weil ich mich freue, dass du da bist“, bekam er zur Antwort. „Aha, aber hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass, wenn du immer wieder Pelzchen verschenkst, deine Tasche bald leer sein wird und du keine Pelzchen mehr haben wirst?“ Jetzt war der Dörfler verwundert, schüttelte den Kopf und ging seines Weges.  Aber je länger er sich wunderte und über die Begegnung nachdachte, desto mehr leuchtete ihm ein, dass der Zwerg recht hatte. Richtig, wenn man immer nur verschenkt hat man am Ende gar nichts mehr und man steht schön blöd da. Warum ist mir das bisher nicht aufgefallen?

Und er wurde gaaanz vorsichtig im Umgang mit seinen Pelzchen, zählte sie häufig und prüfte immer wieder, ob auch noch genug Pelzchen in seiner Tasche seien. Fragen tauchten auf: Wem darf ich ein Pelzchen schenken? Gibt sie oder er mir wohl auch eines? Und wenn nicht was ist dann?

Die anderen Dorfbewohner hörten auch davon.

Mit der Folge, dass ab jetzt nur mehr zu seltenen Gelegenheiten Pelzchen verschenkt wurden: Zu Weihnachten, zu Geburtstagen, Jubiläen oder zum Schulabschluss, aber nur wenn das Kind, der junge Mensch wirklich gute Noten im Zeugnis hatte!

Kalt war es geworden in Swabeedoo.

Der Zwerg, der wieder einmal auf Besuch kam bemerkte es auch. „Schade, aber vielleicht kann ich ihnen eine Freude machen“ dachte er. Und er brachte einen grünen Stein aus Glas mit, kalt, mit spitzen Kanten und scharfen Rändern.  Zum an die Wange halten war der nicht und warm wurde einem dabei auch nicht ums Herz, geschweige denn die Augen… .

Einige Swabeedooer fingen wieder an Pelzchen zu verschenken, einfach so. Aber so richtig hat der Brauch nicht wieder Fuß gefasst. Obwohl, schön war es schon, so ein warmes, weiches Pelzchen geschenkt zu bekommen, einfach so. Auch das Herschenken hinterließ ein Gefühl der Freude und es wurde einem ganz warm ums Herz. Ob die Augen strahlten, das sah der andere, der der beschenkt wurde. Aber dessen Augen strahlten, ganz gewiss.

 

Habt alle eine gute Zeit: Das Leben meint es gut mit uns, wir dürfen vertrauen!

 

 

 

Dankbarkeit

Wofür ich dankbar bin: Ich habe ein warmes Bett,

ich kann im Trockenen sitzen, wenn es draußen regnet,

ich habe genug zu essen,

ich drehe den Wasserhahn auf und frisches, sauberes Trinkwasser fließt aus dem Hahn..hm, kühl,

ich habe verläßliche Freunde,

mein Heimatland ist sicher und demokratisch organisiert.

Jeden Tag habe ich Grund  dankbar zu sein.

Bruder David Steindl Rast gibt den Impuls ein Tagebuch der Dankbarkeit zu führen. So oft mir ein Grund für Dankbarkeit einfällt, werde ich ihn aufschreiben.

Das habe ich vor.

http://www.gratefulness.org, das ist die Formel für gutes Leben, denn Dankbarkeit macht etwas mit uns, es verändert uns und macht uns dankbar für das, was wir haben. Jetzt, nicht dann wenn wir es verloren haben.

Ein gutes neues Jahr, voller Dankbarkeit und (wieder) Gottes Segen

wünscht Euch die Gärtnerin mit dem grünen Daumen (der schläft gerade, solange bis es Frühling wird).

 

 

Gesegnete Weihnachten Euch Allen,

da draußen in den Weiten des weltweiten Netzes. Ihr die ihr meinen Blog besucht, mit einem like bedenkt und kommentiert: In Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Spanien, Italien, den USA, Guatemala, der Türkei, Polen, Belgien, Holland, Griechenland, Aserbaidschan, Kasachstan, Indien, Japan, Südkorea, Kanada, Kroatien, Dänemark, Großbritannien, Luxemburg, Mexiko, Australien, Finnland, Russland und nicht zuletzt in Österreich. Seid alle herzlichst gegrüßt und bedacht mit Gottes Segen.